Mikroplastik im Trinkwasser? Eher unwahrscheinlich!

An uns wurde die Frage herangetragen, wie es denn eigentlich um die Gefahr von Mikroplastik im Trinkwasser bestellt sei. Wir haben dazu ein wenig recherchiert und wertvolle Informationen gefunden…

Beim SWR findet man einen Artikel “Das sollten Sie über Mikroplastik im Trinkwasser wissen”

Auf die Frage, wie gefährlich es überhaupt sei, wenn man Plastik-Kleinstteilchen trinkt, gibt die Weltgesundheitsorganisation erstmal vorsichtig Entwarnung. Der Forschungsbedarf ist noch groß – aber die Fachleute gehen vorläufig davon aus, dass die Mengen an Mikroplastik, die derzeit im Trinkwasser vorkommen, keine Gesundheitsgefahr darstellen. Zumindest liegen den Experten – Stand heute – keine Daten vor, die Anlass bieten für Gesundheitsbedenken. Außerhalb von Forschungsprojekten sei es auch nicht nötig, Trinkwasser routinemäßig auf Mikroplastik zu untersuchen.

Aus Sicht der Fachleute ist es wichtiger, weltweit dafür zu sorgen, dass im Wasser keine Krankheitserreger und unerwünschte Chemikalien sind. Wer die rausfiltert, holt dabei auch gleich Mikroplastik raus – und schlägt damit mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/mikroplastik-in-trinkwasser-100.html

 

Die DVGW energie | wasser-praxis als nach eigenen Worten “führende Fachzeitschrift der deutschen Gas- und Wasserbranche” veröffentlichte in der Dezember 2019-Ausgabe einen Bericht über ein Forschungsprojekt des TZW Karlsruhe zu diesem Sachverhalt, das von Dr. Nicole Zumbülte, Cordula S. Witzig, Yanina K. Müller und Marco Pittroff durchgeführt wurde:

“Mikroplastik im Wasserkreislauf – im Rahmen des ersten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Mikroplastik-Verbundprojekts „MiWa“ hat das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser eine Methode zur Beprobung, Aufbereitung und Detektion von Mikroplastik-Partikeln mit einer Größe von ≥ 5 μm mittels Raman-Mikrospektroskopie in Roh- und Trinkwässern entwickelt, validiert und etabliert. Dabei zeigte sich, dass bisher alle am TZW untersuchten Trinkwässer Mikroplastik-Konzentrationen unterhalb der Bestimmungsgrenze aufwiesen.”

Quelle: https://www.energie-wasser-praxis.de/heftarchiv/2019/12/

 

WasserInBürgerhand kommentiert das in ihrem BBU-Wasserrundbrief vom 19. Januar 2020 wie folgt:

“Trotz aller wissenschaftlichen Zurückhaltung lassen Nicole Zumbülle et al. in ihren Aufsatz „Mikroplastik im Wasserkreislauf“ zumindest zwischen den Zeilen erkennen, dass sie der ganzen Aufregung über Mikroplastik im Wasserkreislauf nicht viel abgewinnen können. In der energie-wasser-praxis (ewp) 12/2019, S. 56 – 58, wundern sich die MitarbeiterInnen des Karlsruher DVGW-Technologiezen-trums Wasser (TZW), dass sich die öffentliche Debatte um Mikroplastik hauptsächlich mit dem Wasserkreislauf befasse, dass das viel bedeutsamere Vorkommen von Mikroplastik in der Atem-(Luft) aber keine Rolle spiele. [..] Die AutorInnen stimmen der Weltgesundheitsorganisation zu, dass Mikroplastikpartikel im Trinkwasser nach jetzigem Wissensstand keine Gesundheitsgefahr darstellen würden.

Quelle: http://www.wasser-in-buergerhand.de/nachrichten/2020/mikroplastik_trinkwasser.htm

 

Auf Orange (by Handelsblatt) findet man einen Blogartikel über eine Studie zu Mikroplastik in Wasserbehältnissen

Darena Schymanski, Doktorandin der Universität Münster, hat am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe eine Studie abgeschlossen. Die Wissenschaftlerin untersuchte, in welchen Wasserbehältnissen am meisten Mikroplastik zu finden ist – mit überraschenden Erkenntnissen.

Das, was aus der Umgebungsluft auf unser Essen rieselt, ist wohl bedeutsamer als das, was aus den Lebensmitteln selbst kommt“, sagt Darena Schymanski. „Man müsste schon aufhören zu essen und zu atmen. Dann könnte es klappen, sich ganz vor Mikroplastik zu schützen.“ Die Forscherin wünscht sich deshalb einen sachlicheren Umgang mit dem Thema. Sie empfindet die Debatte über Mikroplastik oft als überzogen.

Quelle: https://orange.handelsblatt.com/artikel/63737

 

 

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