ERMES-Rhein

ERMES-Rhein

Das Projekt ERMES-Rhein will über 20 Jahre hinweg länderübergreifend Kenntnisse über unser Grundwasser vertiefen. Dabei werden grenzüberschreitend klassische und Standardparameter über das Grundwasser im Oberrheingraben in Bezug auf bekannte und neuartige Schadstoffe beobachtet. Darauf aufbauend sollen gemeinsame Maßnahmenvorschläge formuliert und die zuständigen Instanzen mobilisiert werden, denen dieses Projektergebnisse als Entscheidungshilfe bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Wiederherstellung und zum Erhalt der Grundwasserqualität dienen soll.

Neben Pflanzenschutzmitteln und anderen bereits bei den vorangegangenen Bestandsaufnahmen gemessenen Substanzen untersucht das Projekt erstmals die Auswirkungen sogenannter neuartiger Spurenstoffe (Medikamentenrückstände, PFC, Süßstoffe u.a.) auf die Grundwasserqualität.

Das Projekt ERMES-Rhein geht über die reine Bestandsaufnahme hinaus, indem gemeinsame länderübergreifende Maßnahmen vorgeschlagen werden, deren Ziel es ist, Grundwasserbelastungen zu begrenzen und eine für die jeweilige Nutzung geeignete Wasserqualität wiederherzustellen.

Die Vorschläge für gemeinsame Maßnahmen richten sich an die verschiedenen Entscheidungsebenen wie Europäische Union, Staat bzw. Bund, Region bzw. Länder, Departments, Gebietskörperschaften und Allgemeinheit. Es kann sich um Empfehlungen für Vorschriften oder Selbstverpflichtungen handeln. Vorgeschlagen werden kann zum Beispiel, auf die Verwendung bestimmter Substanzen zu verzichten und sie durch umweltfreundlichere Substanzen zu ersetzen.

 

2019: Schlechte Grundwassersituation am Oberrhein

Eine umfassende, aufwendige, grenzüberschreitende Studie “GRENZÜBERSCHREITENDE BESTANDSAUFNAHME DER GRUNDWASSERQUALITÄT IM OBERRHEINGRABEN”, die in den Medien erstaunlicherweise fast keine Resonanz gefunden hat, zeigt die massiven Grundwasserprobleme überdeutlich. Das Ziel des Projekts ERMES-Rhein 2016 war es, den aktuellen Zustand der Grundwasserqualität zu erfassen und darzustellen.

“Insgesamt wurden 172 Parameter an über 1.500 Messstellen von Basel bis Mainz analysiert.(…) Die Untersuchungen ergaben ein breites Spektrum von Schadstoffen menschlichen Ursprungs im Grundwasser. Bei wenigstens einem der gemessenen Parameter erfüllten 44 % der Grundwassermessstellen im Oberrheingraben die gemeinsamen Kriterien für Trinkwasserqualität nicht. Im Vergleich zu 2009 ist keine Verbesserung der allgemeinen Grundwasserbeschaffenheit festzustellen, schreiben die Verfasser der Studie in einer Pressemitteilung.

Nitrat ist nach wie vor der Stoff mit den meisten Grenzwertüberschreitungen im Grundwasser des Oberrheingrabens und nur hier gab es zumindest in Baden Württemberg minimale Verbesserungen. Die Räume nördlicher Kaiserstuhlrand und Markgräflerland, der Westrand des elsässischen Grundwasserleiters sowie der Norden des Untersuchungsgebietes sind hinsichtlich des Grenzwertes von 50 mg/Liter weiterhin problematisch. Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte wurden im Untersuchungsgebiet flächendeckend nachgewiesen. Fast 90% der untersuchten Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und Abbauprodukte, für die es einen Trinkwassergrenzwert gibt, wurden in einem Viertel des Messnetzes mindestens einmal gefunden. Neuartige Spurenstoffe wurden erstmals in dieser Größenordnung untersucht. Einige dieser Substanzen waren im Grundwasser des Oberrheingrabens häufig nachweisbar.”

Quelle: http://www.bund-rvso.de/wasser-oberrhein.html

 

Hintergrund

Der Oberrheingraben ist einer der bedeutendsten Grundwasserspeicher Europas. Dieser Grundwasservorrat ist die gemeinsame Ressource von Elsass, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft und für die Entwicklung der gesamten Region von außerordentlicher Bedeutung, denn die Versorgung mit Trink-, Brauch- sowie Bewässerungswasser hängt weitgehend von diesem Vorrat ab. Aufgrund des Fehlens einer schützenden Gesteinsschicht und der geringmächtigen Überdeckung ist die Ressource besonders anfällig gegenüber anthropogenen Schadstoffbelastungen.

Anknüpfend an die zwanzigjährige Zusammenarbeit von Fachleuten aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich führt das Projekt ERMES-Rhein 2016-2018 eine Bestandsaufnahme der Grundwasserqualität durch. Neben der Analyse bereits früher gemessener Schadstoffe liefert dieses neue Projekt erstmals präzisere Informationen über den Grundwasserzustand in Bezug auf „neuartige Spurenstoffe“ wie die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, Medikamentenrückstände, Weichmacher, per- und polyfluorierte Chemikalien und Süßstoffe.

Die unabhängige Untersuchung richtet sich an Fachwelt und Forschung ebenso wie an Politiker und Vereine als Vertreter der Zivilgesellschaft. Die Webseite stellt Grundlagen und Daten zur Entscheidungshilfe zur Verfügung, die zum einen die Ermittlung neuer Belastungsquellen und zum anderen eine Priorisierung der Maßnahmen ermöglichen sollen, die auf lokaler und europäischer Ebene für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zur Bewahrung und Wiederherstellung der Grundwasserqualität erforderlich sind. Anliegen der Projektpartner ist es, die Akteure des Sektors und die Politiker bei der Erreichung dieser neuen Ziele zu begleiten.

Die Grundwasservorräte stellen in der Tat einen großen Reichtum für unser Gebiet dar; doch dürfen wir nicht vergessen, dass es gilt, dieses kostbare Gut im Interesse aller zu schützen. Um die damit verbundenen großen Herausforderungen zu meistern, liegt es in unser aller Verantwortung, diese Aufgabe effizient und koordiniert in Angriff zu nehmen.

Quelle: https://www.ermes-rhin.eu/DE

 

 

Erschreckende Studienergebnisse

Die Ergebnisse der ERMES-Rhein-Studie zum Zustand unseres Trinkwassers entlang des Oberrheingrabens sind ernüchternd: mannigfaltige Überschreitungen von Grenzwerten, Schadstoffe, Medikamentenrückstände, Weichmacher, per- und polyfluorierte Chemikalien, Düngemittel uvm. sind leider nicht die Ausnahmen, sondern Fakt!

Immerhin geht es hier um das für uns wichtigste Lebensmittel: unser Trinkwasser!!!

 

Mögliche Maßnahmen bei uns vor Ort

Eine erste, sinnvolle und relativ leicht umzusetzende Maßnahme ist die Filtration unseres Trinkwassers durch unseren lokalen Wasserversorger.

Mittels Nanofiltration können bereits viele der in der Studie genannten Fremd- und Schadstoffe aus unserem Trinkwasser entfernt und uns damit saubereres, gesünderes, besseres Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden!

 

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