Eigene Enthärtungsanlage

Viele Hauseigentümer betreiben aufgrund des harten Wassers eine eigene Enthärtungsanlage in ihrer Immobilie. Das ist sowohl wartungs- als auch kostenintensiv. Darüber hinaus ergeben sich auch potenziell gesundheitliche Gefahrenquellen.

 

Funktionsprinzip

Private Enthärungsanlagen verwenden üblicherweise Ionenaustauscher, um dem Trinkwasser Kalk zu entziehen. Das Hauswasser fließt über diesen Ionenaustauscher, der i. d. R. aus Kunstharz auf Polystyrolbasis besteht, in dem Kalk und Magnesium gebunden werden. Da der Ionenaustauscher allerdings nur eine begrenzte Menge davon aufnehmen kann, muss dieser regelmäßig gewartet werden. Das kann einerseits dadurch geschehen, dass der Ionenaustauscher mit Salzlösung gespült wird. Alternativ tauscht man das im Ionentauscher befindliche Harz aus. Lesen Sie weiter unten zur vorgeschriebenen regelmäßigen Wartung durch einen Sanitärbetrieb.

Wasserstandgesteuerte Enthärter hingegen benötigen zusätzliches Regeneriersalz (vergleichbar dem Salz für Geschirrspülmaschinen). Es handelt sich dabei um grob gekörntes und speziell gereinigtes Natriumchlorid, das die Aufnahmefähigkeit des Ionenaustauschers für Magnesium- und Calciumionen wiederherstellt und damit die Wasserhärte senkt.

Osmoseanlagen verwenden keine harze/Salze sondern Filter, um das Wasser zu reinigen und Fremdstoffe zu entfernen. Diese müssen ungefähr zweimal jährlich gewechselt werden. Preise beginnen hier üblicherweise bei 10 Euro pro Filter…

 

 

Gesundheitliche Risiken

Neben dem gewünschten Effekt der Enthärtung bieten alle diese Geräte leider auch einen idealen Nährboden für biologische Kleinstlebewesen, Bakterien und Pilze – insbesondere dann, wenn das Gerät nicht regelmäßig professionell gereinigt wird! Somit können gesundheitsgefährdende Keime entstehen, die niemand ernsthaft in seinem Trinkwasser haben will!

Da diese hinter dem Hauswasseranschluss entstehen, ist dafür ausschließlich der Betreiber/Hauseigentümer verantwortlich!

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt: „Bei längerer Verweildauer des Wassers im Austauscherbett muss mit einer vermehrten Keimbelastung gerechnet werden. Demzufolge sollte bei jedem Regenerationsprozess das Ionenaustauscherharz mit desinfiziert werden. Das gleiche gilt auch für Vorratsbehälter, Geräte und Anlagen mit längeren Standzeiten.“(Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Dezentrale Trinkwasseraufbereitung, https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/trinkwasser/dezentrale_trinkwasseraufbereitung.htm vom 24.08.2018)

Leider schweigt sich das Amt darüber aus, wie man das in der Praxis vernünftigerweise machen soll…

 

Ökologischer Aspekt

Enthärtungsanlagen produzieren Abfall – entweder in Form von Filtern oder durch Salz, das über das Abwasser in Kläranlagen geleitet wird, die dortigen Klärprozesse erschwert und letztlich in unsere Flüsse und Seen gelangt. Pro Einfamilienhausanlage sprechen wir dabei meist über mehr als 100 kg pro Jahr!
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Dezentrale Trinkwasseraufbereitung, https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/trinkwasser/dezentrale_trinkwasseraufbereitung.htm vom 24.08.2018)

 

Die beiden Gemeinden Waghäusel und Hambrücken verbrauchen ca. 1,2 Mio m³ Trinkwasser im Jahr

 

Berechnungen des Technologiezentrums Wasser Karlsruhe kommen zu dem Ergebnis, dass für 1,2 Mio m³ weiches Wasser,  das nicht zentral sondern jeweils dezentral in eigenen Enthärtungsanlagen hergestellt würde, 160 (!) Tonnen Regeneriersalz notwendig wären!

Mit dieser Menge Salz könnte man einmal die komplette Autobahn von Kronau bis an die Grenze zu Dänemark mit Salz streuen – und zwar jedes Jahr!!! Das ist nicht nur ökonomischer sondern auch ökologischer Wahnsinn!

Der entfällt aufgrund der verwendeten Membranfiltration bei der zentralen Bereitstellung durch das Wasserwerk.

 

Ökonomischer Effekt

Nicht nur in der Anschaffung (ab ca. 500 Euro – ohne Einbau) reißt eine eigene Enthärtungsanlage ein tiefes Loch in den Geldbeutel. Auch der laufende Betrieb geht mit Strom-, Verbrauchs- und Wartungskosten ganz schön ans Geld.

Nach DIN EN 806-5 muss eine Wartung übrigens spätestens alle 6 Monate, d. h. 2x jährlich erfolgen!

 

Berechnungsbeispiel für ein Einfamilienhaus (4 Personen-Haushalt):

Erstanschaffung (Mindestpreis):
500 Euro Anschaffung
500 Euro Einbau

jährlich laufende Kosten:
20 Euro Strom + Abwasser
60 Euro Salz
200-400 Euro Wartung

 

Kostenersparnis Nachbargemeinden und Versorgungssicherheit

Kosteneinsparungen für Haushalte mit