Ausgezeichnete Wasserqualität für Waghäusel und Hambrücken

Die Stadt Waghäusel hat einen ausführlichen Bericht zur Wasserqualität veröffentlicht, in dem sie auch auf unser Thema, weiches Wasser, eingeht.

Mit großem Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, dass unsere Bemühungen für unsere gute Sache wahrgenommen und teilweise von den Verantwortlichen im Zweckverband sogar auch anerkannt werden. Und wenigstens haben wir schon einmal erreicht, dass sich die Verantwortlichen mit dem Sachverhalt fundiert beschäftigen (müssen):

Ein Thema wird in den beiden Verbandskommunen seit längerem diskutiert: ist es sinnvoll, eine zentrale Wasserenthärtungsanlage zu bauen?

 

Allerdings sind wir doch ein wenig verwundert, dass fundierte praktische Erfahrungen und sogar wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse anscheinend immer noch hinterfragt werden:

Rechnen sich die hohen Investitionskosten und eine damit einhergehende deutliche Erhöhung des Wasserpreises dadurch, dass Haushalte tatsächlich weniger Waschmittel und Shampoo und Ähnliches verbrauchen? Dass Elektrogeräte tatsächlich langlebiger sind, weil sie angeblich nicht so schnell und intensiv verkalken?

Wissenschaftlich gesichert ist, dass bei weichem Wasser deutlich weniger Seifen, Waschmittel etc. verwendet werden müssen. Wer schon einmal an der deutschen Meeresküste, in Österreich oder Holland war, kennt das! Denn dort ist weiches Wasser deutlich weiter verbreitet…

Oder am Bodensee.

Oder in unseren Nachbargemeinden, und darüber hinaus in immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg (siehe z. B. die Mitteilungen der Stadt Blaustein bei Ulm, die auch weiches Wasser eingeführt hat, im Beitrag in unserem Blog und bei kommunaldirekt.de).

Wer seine Bäder, Duschen und Toiletten selbst putzt, kann ein Lied davon singen, wie anstrengend unser hartes Wasser sein kann und wieviel mehr an Reinigungsmittel benötigt wird. Viel davon kann bei weichem Wasser eingespart werden, oder die ganze Reinigung wird insgesamt einfacher, da bei weichem Wasser weniger Ablagerungen entstehen.

Warum denn schaffen sich Häuslebauer entsprechende Hauswasseranlagen für mehrere tausende Euro an, die regelmäßig gewartet werden müssen, damit die Wasserqualität auch gut bleibt, und die sie sich sparen könnten, wenn es zentral bereitgestelltes weiches Wasser gäbe?

 

Der aktuelle Wasserpreis in Waghäusel und Hambrücken ist vergleichsweise günstig:

Trotz der hervorragenden Qualität des Trinkwassers und trotz jährlicher Unterhaltungskosten von rund 2,9 Millionen Euro für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen ist der Wasserpreis mit 1,07 Euro pro Kubikmeter mit am günstigen im gesamten Landkreis Karlsruhe. Kreisweit werden Gebühren in einzelnen Gemeinden bis fast 2,50 Euro verlangt.

Eine “deutliche Erhöhung des Wasserpreises” läge also eher daran, dass unser Wasserpreis massiv unter dem durchschnittlichen Preis in unserem Landkreis liegt. Erfahrungsgemäß beträgt ein Mehraufwand für weiches Wasser nicht einmal 0,50 Euro pro Kubikmeter! Ein solcher Mehrbeitrag, um auch endlich die Vorteile von weichem Wasser zu erhalten, wäre ökologisch und auch finanziell mehr als vertretbar – insbesondere weil dieser Mehrpreis sich aufgrund der geringeren Verbrauchs von Shampoos, Seifen, Reinigern etc. leicht kompensieren lassen würde.

Und wie gesagt, es wäre auch gut für die Entlastung unserer Umwelt!

 

Wohin mit dem sogenannten Prozesswasser, das bei der Herstellung von weichem Wasser entsorgt werden muss?

Warum es nicht ganz einfach so wie die umliegenden Wasserversorger machen? Das sogenannte “Prozesswasser” kann zusammen mit den herausgefilterten Stoffen im sogenannten “Vorfluter” in regionale Bäche, Flüsse und Seen eingeleitet werden. Damit wird die mikroökologische Situation der Gewässer verbessert, da diese Stoffe als natürlicher Dünger fungieren.

Und durch deutlich reduzierten Verbrauch von Seifen, Waschmitteln, Shampoos etc. werden diese sogar noch viel stärker entlastet, da sich weniger Reste davon im Abwasser befinden!

Bei dieser Gelegenheit könnte ein verantwortungsbewusster Wasserversorger umweltschädliche oder bedenkliche Stoffe (Medikamente, Düngemittel etc.), die sich seit einigen Jahren immer mehr im Grundwasser deutscher Brunnen finden, dauerhaft und nachhaltig aus unserem Trinkwasser herausfiltern.

Bisher nehmen wir sie im Trinkwasser zu uns, wenn auch in geringen Mengen, und bisher fließen sie in unsere Landschaften und belasten unsere Gewässer. Diese Stoffe herauszufiltern wäre gesünder, ökologisch wertvoll und würde nachhaltig unsere Umwelt entlasten!

Die Herstellung von weichem Wasser verbessert also die ökologische Bilanz deutlich.

 

Schadet es der anerkannt ausgezeichneten und gesunden Qualität unseres seit Generationen harten Trinkwassers, wenn in den natürlichen Prozess eingegriffen wird? All dies wird im Zweckverband zeitnah untersucht und erörtert werden.

Menschen nutzten Jahrtausende lang weiches Wasser, das sich nämlich auf natürliche Weise an der Oberfläche befunden hat (Flüsse, Seen, Regenwasser) oder dorthin gelangte (z. B. über sog. “artesische Quellen”). Deshalb haben Menschen Lager und Siedlungen regelmäßig in der Nähe von natürlichen Wasserstellen wie Quellen, Flüssen und Süßwasserseen errichtet.

Erste Brunnen sind erst seit etwa 8000 v. Chr. nachgewiesen und somit ein zusätzlicher Prozess der Trinkwassergewinnung! Und für die Versorgung vieler Menschen selbstverständlich unabdingbar…

Auch der Zweckverband Wasserversorgung Lusshardt fördert unser Trinkwasser aus der Tiefe – hartes Wasser. Die damit verbundenen Nachteile kann man heute zum Beispiel mittels professioneller Filterung technisch kompensieren, damit wir wieder natürliches, weiches Wasser haben und nutzen können – so wie es Generationen vor uns gemacht haben…

 

Wir freuen uns, dass sich der Zweckverband endlich öffentlich dazu äußert, sich mit diesem Thema ernsthaft zu beschäftigen. Wir sind sehr gespannt, ob den Worten Taten folgen! Seit vielen Monaten wird beispielsweise vom Zweckverband auf ein dazu in Auftrag gegebenes Gutachten verwiesen, das leider immer noch nicht öffentlich verfügbar ist.

Also, lieber Zweckverband, wir freuen uns auf einen verantwortungsvollen und zielführenden Dialog!

 

Quelle: Internetseite der Stadt Waghäusel sowie Veröffentlichung im Mitteilungsblatt am 9.10.2020: Nachricht aus Waghäusel – Ausgezeichnete Wasserqualität für Waghäusel und Hambrücken

 

Weiterführende Informationen

Kostenersparnis

Umweltschutz

Eigene Enthärtungsanlage

 

 

Schreibe einen Kommentar

Datenschutz
Wir, Initiative Weiches Wasser Lußhardt (Vereinssitz: Deutschland), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, Initiative Weiches Wasser Lußhardt (Vereinssitz: Deutschland), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: